Montag, 12. Januar 2015

Leseprozess 41. bis 47. Kapitel

41. - 47. Kapitel, 10. Januar 2015
Wo: Zuhause
Wie lange: 60 Minuten

Es ist wieder Weihnachten bei Lila, Lila. Das ging irgendwie schnell, bereits ein Jahr vorbei.
So wie ich das sehe, ist zwischen Marie und David alles wieder im Lot. Sie sehen sich zwar selten, aber als Autor ist dies eben so. David macht sich mehr Sorgen wegen Jacky. Marie und David wollen nämlich über die Ferien einen gemeinsamen Urlaub erleben. David sollte aber während dieser Zeit eine Lesung halten, geplant von Jacky.

Marie und David gehen zusammen im Raumschiff essen und David verhält sich wie dazumal Lars, als Marie mit ihm dort war. David erwischt aber die Kurve und kann alles wieder einrenken. Er hat ihr auch von Jackys neuer Idee erzählt, ein Buch zu schreiben. Er sagt es natürlich so, dass er gerade an einem neuen Buch dran sei. Als sie auf ihre gemeinsamen Ferien zu sprechen kommen, verspricht David die Lesung abzusagen. Er hatte sich aber bei Jacky noch nicht abgemeldet. Er hatte ihn am Telefon nicht erreicht.
David beginnt nun seinen zweiten Roman zu schreiben oder er versucht es zumindest. Jetzt kamen immer solche Fragen, die ihm Reporter gestellt hatten und dazu seine Standard-Antworten. Diese Fragen passen genau zu seiner jetzigen Situation, er weiss nämlich nicht, wie er anfangen soll.
Dass David beim Gespräch Jacky nicht vom Balkon geschupst hat, sieht er als verpasste Chance, das Richtige zu tun. Dies finde ich ziemlich fragwürdig. Nach meiner Meinung wäre die Wahrheit zu sagen das Richtige und sicher nicht einen Mord zu begehen.

Jacky las einem Callgirl, Tamara, aus dem Buch Lila, Lila vor und sie möchte nun den Autoren kennenlernen. Zuerst will Jacky sagen, er sei der Autor, aber er tut es dann doch nicht. Dafür entscheidet er sich, Tamara mit David zu verkuppeln, aus Wut gegen Marie. Er findet sie ist eine Zicke.

David erzählt, dass es sich momentan genau so anfühlt, wie wenn man einen Zusammenstoss vor sich sieht, dem man nicht mehr ausweichen kann. Diese zwei Dinge, die zusammenstossen werden, sind die Ferien mit Marie und die Lesung im Bad Waldbach.  Der Zusammenstoss kommt immer näher.
Marie freut sich nicht mehr so sehr auf die Ferien. Sie findet die Malediven seien so klein, da werde es einem direkt langweilig nur zu zweit. Sie sieht jetzt aber die Ferien als Härtetest, um zu entscheiden, ob sie David wirklich will. Jetzt freut sie sich trotzdem darauf.

Das Erste, was Marie fragte, nachdem sie erfuhr, dass Jacky vom Balkon gestürzt war, war: "Welches Stockwerk?" (S. 306, Z. 20) Dies finde ich irgendwie lustig, zwar auch fies aber es hat etwas.
Zum Glück fiel er ohne Davids Verschulden. Das Balkongeländer war kaputt und David war noch nicht mal in seinem Hotelzimmer angekommen.

Ach ja, vielleicht interessiert euch das noch, Jacky hat den Sturz überlebt. Als er vom Balkon fiel, landete er im zweiten Stock auf einer herausgerollten Markise. David wollte gerade in sein Zimmer hochgehen, da geschah es. Als Jacky dann wegtransportiert wurde, wollte David nur noch nach Hause. An der Rezeption traf er durch Zufall aber noch Tamara, sie wollte eine Signierung, mehr nicht.

Jacky liegt nun im Spital und Ärzte schauen was er hat. Dabei fällt Jacky auf, halb beduselt im Kopf, dass einer der Männer um ihn herum die selben Augen hat wie David. Dass ihm das auffällt finde ich schön. Diese Erkenntnis beendet gerade das 46. Kapitel.

Einer von denen hatte Augen wie David.
(S. 309, Z. 27)

Samstag, 10. Januar 2015

Leseprozesse 31. bis 40. Kapitel

31. - 35. Kapitel, 6. Januar 2015
Wo: Zuhause
Wie lange: 1 Stunde 30 Minuten

Jacky hat sich nun dazu entschieden Davids Agent zu werden. David weiss noch nichts davon. Ich habe zwar gedacht Frau Kohler sei bereits seine Agentin, aber Jacky war dann wohl schneller. Seinen Agenten-Job erledigt Jacky gut, aber er ist ziemlich übereifrig. Er erinnert mich an einen Vater, der seinem Kind alles organisiert, sodass es nur noch Ja und Amen sagen muss. Das Kind lernt so aber nie selber sein Leben zu organisieren. Es ist zwar ein Unterschied vorhanden, es ist schliesslich das Buch von Jacky, dann will er natürlich nur das Beste für sein Buch.
Man merkt langsam, dass die Damen, Frau Kohler und Marie, Jacky nicht besonders mögen. Er macht sich unbeliebt indem er immer überall dabei ist. Da kann ich nachvollziehen, dass man irgendwann genug hat von dieser Person.

Weil Marie an vielen Literaturveranstaltungen war, ist sie sich nun plötzlich nicht mehr sicher mit ihrer Studienwahl, Literatur. Alles sei nur auf das Geschäft ausgelegt, es sei nur noch ein Handeln mit Büchern.
Marie möchte, dass sich David zwischen Jacky und ihr entscheidet. Davids Unfähigkeit sich durchzusetzen nervt sie. 
Frau Kohler hatte Marie angerufen, es sei dringend, sie wolle sie sprechen. Wahrscheinlich ist es wegen Jacky. Frau Kohler hatte nämlich von David erfahren, dass Jacky jetzt sein Agent sei. Sie möchte nun, dass Marie ihn dazu bringt seine Meinung zu ändern. Was aber ziemlich schwierig werden könnte, David hat nämlich gar keine eigene Meinung, er ist nur eine Marionette von Jacky.

Das Gute an der Tatsache, dass nun Jacky Davids Agent ist, ist dass Jacky seine gesamte Wahrheit weiss. Er wird es daher auch verstehen, wenn David nach seinem ersten Roman wieder aus der Literaturszene raus will. David hat endlich auch gemerkt, dass die Beziehung zu Marie zerbrechen würde, wenn die Wahrheit rauskäme. Daher will er die Wahrheit nicht sagen. Er hat für Marie einen Ring gekauft. 
David wird nun von allen drei Personen konfrontiert. Marie und Karin halten zusammen gegen Jacky. Und gegen Jacky darf David nichts sagen, sonst fliegt die Lüge auf. David wird total wütend und schreit alle an, läuft dann davon. Dies wirkt auf mich wie ein Teenie, welcher zu 100% mit der Situation überfordert ist. Ich habe gehofft, er sage nun die Wahrheit.
Jacky ist um einiges schlauer als David, daher auch hinterlistiger. Er hat gemerkt, dass David ohne Marie die Lüge schon längst auffliegen lassen hätte.

36. - 40. Kapitel, 8. Januar 2015
Wo: Mediothek Trogen
Wie lange: 1 Stunde 10 Minuten

Marie und David haben eine Beziehungskrise. Marie vergleicht sich mit Peter Landwei aus dem Buch. Sie fühlt sich von David vernachlässigt, da er oft etwas mit Jacky macht, anstatt mit ihr. David schenkt Marie nun den Ring und tut alles um den perfekten Beziehungspartner zu sein. Marie träumt komische Dinge. Früher im Buch gab es schon einmal einen schrägen Traum. Es sind immer alle Leute versammelt, obwohl sie meistens gar nichts miteinander zu tun haben. Diesmal war Jacky im Traum auch dabei.

Jacky will als Agent 50% der Einnahmen, David ist es egal. Dafür haben sie abgemacht, dass Jacky ab sofort Marie und David in Ruhe lässt. Jacky möchte auch noch ein neues Buch schreiben und es über David veröffentlichen. Der will dies zwar nicht, aber ich denke, er hat zu wenig Durchsetzungsvermögen um Nein zu sagen. Jacky bekam Geld vom Luther&Rosen Verlag als Vorschuss für den neuen Roman, den David veröffentlichen wird. Schon wieder hatte David gegen Jacky verloren. Jacky lebt im Hotel Waldgarten und ist zufrieden mit seinem Leben. David ist selten Zuhause, was Marie bestimmt nicht freut.
Jacky bedroht ihn nun wirklich und David hat verstanden, dass er keine Chance gegen ihn hat, er muss mitspielen.

Ich frage mich gerade, was, seit dem Ring, aus der Beziehung von David und Marie geworden ist. Ist es besser, oder immer noch etwa gleich wie vorher?

Donnerstag, 8. Januar 2015

Fremdwörter im Buch

In diesem Buch gibt es ein paar Fremdwörter, die ich hier aufschreibe und dessen Bedeutung ich suchen werde. Einige kann ich vielleicht sogar in mein eigenes Vokabular aufnehmen, um meinen Wortschatz zu erweitern.

Tristesse
Traurigkeit, Trostlosigkeit

Um die weihnachtliche Tristesse zu umgehen, sitzen viele Singles an heilig Abend in einer Bar und warten bis der Abend vorüber ist.

ostentativ
betont, herausfordernd

Als Frau Sieber von ihren sieben Hunden erzählte, hat sich Anina wieder einmal ostentativ gelangweilt. Ohne Erfolg, die liebe Frau redete einfach weiter.

Potpourri
Medley, Mischung

Zur Weihnachtszeit läuft im Fernseher stets ein Potpourri aus Adventsfilmen, Nonstop-Werbesendungen und Friedensbotschaften.

Authentizität
Echtheit, Verlässlichkeit

Um die Authentizität des Autoren zu wahren, schwieg man wie ein Grab.

Liaison
Liebesverhältnis, Partnerschaft

Eigentlich hätte sie gerne ein Liaison mit ihm, aber er versteht ihre Zeichen einfach nicht.

Plot
Handlung, Inhalt

Der Plot jenen Buches lässt zu wünschen übrig.

Sermon
langatmiges, langweiliges Gerede

Während dem Sermon, der unser Lehrer am Freitag erzählt hatte, wäre ich fast eingeschlafen.

vierschrötig
klobig, ungehobelt

Diese Frau wirkt nicht wie eine Dame, eher wie eine vierschrötige Ackermaschine.

pathetisch
theatralisch, übertrieben feierlich

Diese pathetischen Reden des Bräutigams an Hochzeiten sind immer etwas fragwürdig.

Conferencier
Moderator, Ansager

Sie stand nach vorne und begann zu reden, wie ein Conferencier, der nie etwas anderes getan hatte.

subtil
feinfühlig, sensibel

Seine Gedanken sind sehr weise und wie er sie dann so subtil in Worte fasst, unbeschreiblich.

Hommage
Veranstaltung, Darbietung

Dieser Hommage zu Ehren des französischen Gerichtsmediziners war wohl eher überflüssig.

Parlando
Sprechgesang

Die Lifestyle-Magazine sind oft im lockeren Parlando geschrieben, nicht so aber Lila, Lila.

insistieren
auf etwas beharren, verlangen

Der alte Mann hatte so lange auf seinen Kaffee insistiert, bis er ihn auch bekam.

Starallüren
eitles, launenhaftes Benehmen

Sie sollte ihre Starallüren etwas in den Griff bekommen, ansonsten wird sie keinen Job finden.

torpedieren
verhindern, in gezielter Weise bekämpfen

Wer versucht die Liebe zu torpedieren, wird bald merken, dass er keine Chance hat.

Quelle: Duden

Sonntag, 4. Januar 2015

Leseprozess 21. bis 30. Kapitel

Diesmal las ich das Buch kapitelweise weiter, immer als ich gerade zeit hatte las ich. Mal im Auto, mal auf dem Sofa oder am Abend vor dem Schlafengehen.

21. - 30. Kapitel, 3. Januar 2015
Wie lange: 2 Stunden 40 Minuten

David ging mit Marie spazieren. Bei diesem Spaziergang wollte er ihr die Wahrheit sagen, aber irgendwie auch nicht. Er getraute sich nicht und es kaum auch immer wieder etwas dazwischen. Zuvor hatten sie aber gerade ein Versprechen abgemacht. Keine Geheimnisse mehr voreinander.
Dieses Versprechen ist ziemlich unüberlegt. David hat ja bereits ein riesiges Geheimnis für sich behalten. Ich finde David hätte ihr genau in diesem Moment die Wahrheit sagen sollen, direkt nach dem Versprechen, oder er hätte nicht darauf eingehen sollen.

Im 22. Kapitel wird plötzlich von einem Herrn erzählt. Sein Name ist Jacky und er lebt in einem Männerheim. Er wohnt mit zwei anderen Männern zusammen in einem Zimmer. Der eine ist neu im Heim, er hatte Lila, Lila gelesen. Dieser neue Mann hatte solche Andeutungen gemacht, sodass ich fast glaube, er sei der richtige Autor.
Es heisst jetzt, dass von Lila, Lila in jeder Zeitung zu lesen sei.
Dieser gesamte Rummel um sein Buch begann, als Herr Landmann, der gefürchtete Grosskritiker von der Republik am Sonntag eine sehr positive Rezension zu Lila, Lila in der Zeitung veröffentlichte. Danach wollte jede andere Zeitung auch etwas zu diesem Buch sagen können.
David will nun einen Teil seines Gewinnes ausgezahlt bekommen. Dadurch erhofft sich Frau Kohler, dass er aufhört zu kellnern und endlich beginnt zu lesen. Was er lesen soll, dies habe ich nicht ganz verstanden. David möchte eigentlich keine Vorlesungen mehr machen, aber es bringt Geld ein. Er macht es zwar immer noch mit seiner aufgeregten, unseriösen Art, aber die Leute hatten nun Freude an ihm.
Als nun Frau Kohler die frohe Botschaft der Republik am Sonntag las, freute sie sich so sehr, dass sie das verlangte Geld gleich persönlich zu ihm brachte.

David und Marie hatten einen Joint geraucht, zur Feier des Tages. Als ich dies las, war ich ziemlich überrascht. Ich hätte ihm das gar nicht zugetraut. Bei Marie konnte ich mir schon eher vorstellen, dass sie so etwas macht, aber David nicht. Er wirkt auf mich viel zu ahnungslos, zu unerfahren.
An Marie finde ich aber schade wie sie sich jetzt verhält, seit das Buch berühmt ist. Sie wollte ins Esquina gehen, nur um zu sehen, wie Ralph wohl auf Davids Erfolg reagierte. Eigentlich könnte ihr doch egal sein, was Ralph davon hält. Aber anscheinend nicht. David und Marie leben nun zusammen in einer Wohnung und können sich mit dem Geld auch teurere Kleidung leisten.
Auf der Seite 170 wird gut beschrieben, wie David sich fühlt, wenn er eine Lesung halten muss. Die eine Aussage gefällt mir besonders gut. "Sich am Unglück eines Verzweifelten bereichern." (Z. 16) Die Wortwahl trifft es gut. Ebenfalls steht, dass David sich schlecht fühlt. Es sei wie das Gefühl damals, beim Abschreiben während einer Prüfung, in der Schule. Er habe jeder zeit Angst, entdeckt zu werden. Ich glaube aber, es ist noch viel schlimmer, denn irgendwie hängt doch jetzt sein ganzes Leben davon ab. Beim Abschreiben ist es nicht so tragisch, wenn dich jemand erwischt.
Manchmal fühlt er sich richtig als Autor von Lila, Lila. So als hätte er es wirklich selbst geschrieben. Das ist verständlich, er hat tagtäglich mit diesem Buch zu tun, da baut sich schon eine gewisse Bindung auf.

Nach einer Lesung in seiner Stadt waren alle Leute begeistert und er musste eine lange Signaturstunde machen. Ein gewisser Herr kam und wollte sein Buch mit der Signatur "Für Alfred Duster" beschriftet. David erschrak wahrscheinlich ziemlich darüber, aber er liess sich nichts anmerken. Dieser alte Mann war Jacky, der aus dem Männerheim. Jacky sagte aber nichts mehr dazu und liess David einfach mit dieser neuen Information stehen.
Ab sofort war Jacky aber die ganze Zeit an Davids Seite. Er hatte immer noch nicht reinen Tisch gemacht, er redete nur immer etwas doppeldeutig, sodass es aber nur David verstehen konnte. Da sich David aber etwas unwohl fühlte, bezahlte er immer die Rechnungen für Jacky. Vielleicht könnte dieser Jacky ansonsten beginnen zu erzählen, erzählen von der Wahrheit. 
Aber endlich redete Jacky Klartext. Er sagte David, dass er auch etwas Geld von seinem Roman haben wolle. Er würde natürlich niemandem etwas davon erzählen, auch Marie würde nichts mitbekommen. David war auf diesen Deal eingegangen und übergab Jacky ab sofort immer mal wieder etwas Geld.

Jacky lebte nun in Saus und Braus, genoss sein Rentnerdasein inklusive Geld in vollen Zügen. Alles lief aber auf Davids Kosten, geht das wohl gut?
Bei einer Lesung als Jacky dabei war, behauptete er, er sei der Agent von David. Er war zwar betrunken, aber dies war trotzdem frech von ihm, so etwas zu behaupten.

Man merkt Jacky schon an, dass er der wahre Autor ist. Er sammelt alle Artikel und interessiert sich brennend für jede Neuigkeit zu seinem Buch.
Es wurde öfters erwähnt, dass David überhaupt nicht in die Geschichte des Buches hineinpasst. Jacky soll aber solche Gedanken gehabt haben? Dies kann ich mir auch nicht so ganz vorstellen, irgendwie passen beide nicht in dieses Schema. Ausser Jacky hatte früher eine andere Persönlichkeit und mit den Jahren wurde er zu dem, was er heute ist.
Ich frage mich auch, ob ihm das Leben als reicher pensionierter Mann nicht etwas zu eintönig ist. Ihm gefällt es aber anscheinend immer noch ziemlich gut.

Samstag, 3. Januar 2015

Der Autor Martin Suter

Martin Suter ist ein Schweizer Schriftsteller. Er kam am 29. Februar 1948 in Zürich zur Welt.
Nach einer Ausbildung zum Werbetexter arbeitete er als Creative Director bei der Basler Werbeagentur GGK. Zusammen mit Robert Stadler gründete er dann die Werbeagentur Stadler & Suter. Ebenfalls war er Präsident des Art Directors Club der Schweiz. Neben all diesen Aufgaben schrieb er auch noch. Unter anderem Reportagen für die Zeitschrift Geo, sowie zahlreiche Drehbücher für Filme und Fernsehen.
Seit 1991 arbeitet er nur noch als Autor. Sein Durchbruch als Schriftsteller gelingt ihm 1997 mit seinem ersten Roman Small World. Seine Ehefrau ist die erste Leserin und die stärkste Stimme bei Entscheidungen, die für ihn schwer zu treffen sind.
Martin schreibt auch Texte für den Musiker Stephan Eicher. Das Schweizer Fernsehen zeichnet ihn als regelmässiger Bestsellerautor und erfolgreichster Schriftsteller der Schweiz mit dem SwissAward aus. Im Jahre 2004 erscheint der Roman Lila, Lila im Diogenes Verlag
Privat lebt Martin Suter mit seiner zweiten Frau und seiner Tochter abwechselnd auf Ibiza und in Guatemala. 2009 starb sein Adoptivsohn bei einem Unfall.
Martin Suter weiss nicht wie er mit dem Tod seines Adoptivsohnes umgehen soll. Er versucht durch das schreiben, den Gedanken an den Sohn zu vergessen und sich total in etwas anderes zu vertiefen. Er schreibt keine Romane über Dinge, die im zugestossen sind. Seine Wunden über den Verlust seines Sohnes werden ewig bleiben, aber er will aus seinem Sohn keinen "Nutzen" ziehen.
Quelle: Wikipedia und www.zeit.de

Martin Suter schreibt also um andere Dinge zu vergessen. Er will die Geschehnisse mit dem Schreiben nicht verarbeiten, er will sie für eine gewisse Zeit vergessen, um sich ganz auf diese andere Geschichte konzentrieren zu können. Daher ist es gut verständlich, warum er schreibt und nicht Maurer wurde. Denn bei einer handwerklichen Arbeit bleiben die Gedanken immer frei, sie können dorthin fliegen, wo sie wollen. Dann würden sie bestimmt immer zu seinem Sohn fliegen und er könnte nie dieses schreckliche Erlebnis kurz vergessen, um wieder Energie zu tanken. Um diesen Teufelskreis zu umgehen, macht er etwas, das seine gesamte Hirnwelt beansprucht und kein Platz für andere Dinge lässt. Daher schreibt er Bücher. Er ist dann total in dieser Geschichte drin und vergisst somit für diese Zeit sein eigenes Leben und seine Probleme. Dies ist vielleicht auch eine Art der Verarbeitung, zwar sicher nicht die Einfachste aber für ihn wahrscheinlich die Richtige. Mit seinen Romanen verdient er auch Geld, somit auch eine lukrative Art mit eigenen Problemen umzugehen.
Martin Suter ist jetzt 62 Jahre alt und er hatte erst mit 50 begonnen, Bücher zu veröffentlichen. Ich denke diesen Reifeprozess brauchte er, um sich sicher zu sein, dass er jetzt wirklich bereit war, Bücher zu schreiben. Nach dem Interview mit Martin Suter von der Internetseite (www.zeit.de) würde ich sagen, dass es für ihn nur ein Vorteil war, die Bücher erst so spät zu veröffentlichen.
Hätte ich dieses Buch gelesen und gewusst, dass es ein junger Autor geschrieben hat, hätte es nicht mehr so viel Tiefe. Da er aber schon alt ist, habe ich das Gefühl ich lese die Worte des Ältesten eines Indianerstammes, eine Weisheit. Man sieht das Gelesene mit einer anderen Sicht, wenn man weiss, dass es ein älterer Herr mit viel Lebenserfahrung geschrieben hat.

Martin Suter Portrait Session
Quelle: www.welt.de

Donnerstag, 1. Januar 2015

Leseprozess 11. bis 20. Kapitel

11. - 20. Kapitel, 28. Dezember 2014
Wo: Zuhause
Wie lange: 4 Stunden

Marie gibt das Manuskript einem Verlag und von da an geht alles ziemlich schnell. Oder besser gesagt im Buch wird es nur kurz zusammengefasst. David versucht zwar noch den richtigen Autoren des Manuskripts zu finden, aber dies bedarf schon etwas Zeit.
Die Dame, welche Davids Manuskript von Marie erhält, heisst Karin Kohler. Sie wirkt auf mich wie eine ziemlich einsame Geschäftsfrau, welche bestimmt nicht so ganz glücklich ist mit ihrem Leben. Als Frau Kohler mit David über das Manuskript redete, verhielt er sich ziemlich unprofessionell. Dass dies Frau Kohler nicht zum Grübeln gebracht hat und auch Marie bemerkte nichts von seinem Schwindel.
Marie schlief mit David und war danach total in ihn verliebt. Dies hätte ich nicht gedacht, aber sein Buch hat eben alles ziemlich drastisch verändert. Ich denke nicht das es zuvor auch so schnell gegangen wäre. Auf jeden Fall sind sie nun beide verliebt und so wie ich das gelesen habe, auch ein Paar. Was sagt wohl Ralph dazu?

Aber nach dieser wunderschönen Nacht sucht David trotzdem noch nach dem richtigen Autor, es lässt ihm wohl keine Ruhe. Er kommt zwar etwas weiter, aber gefunden hat er ihn immer noch nicht. Er findet heraus, dass der Peter Weiland (Pseudonym: Alfred Duster) tatsächlich mit seiner Ducati Selbstmord begangen hatte, und dieses Buch ein Abschiedsbrief an Sophie war. Aber dies kann ich noch nicht ganz glauben, denn ich bin nicht mal in der Hälfte des Buches. Was sollte denn jetzt noch passieren, wenn nicht dieser Autor plötzlich auftaucht.
David getraut sich immer noch nicht, Marie zu gestehen was er getan hat. Er hat zu grosse Angst, dass er sie verlieren könnte. Diese Überlegung finde ich nicht sonderlich geschickt. Die Sache wird doch jetzt nur noch schlimmer.

Marie freut sich über jede Neuigkeit, welche sie über das Buch erfährt. Als der Entwurf des Buchumschlages bei David ankommt und sie ihn entdeckt, dreht sie fast durch, freut sich riesig. Sie kann auch überhaupt nicht verstehen, wie ihm das alles so egal sein kann.
Marie versucht immer, dass sich David und Myrtha nicht treffen, aber einmal passiert es trotzdem. Ich finde aber, dass dieses Treffen gar nicht schlimm verlief, eher normal. Vielleicht ist Marie etwas überängstlich, was ihre Mutter Schlimmes anstellen könnte. Myrtha findet aber, dass David aussieht wie 18. Dies finde ich amüsant, auf mich wirkt er nämlich auch überhaupt nicht wie 23.

David möchte keine Vorlesung machen, dies kann ich gut verstehen, es ist ja nicht sein eigenes Buch, was soll er auch dazu sagen. Diese erste Vorlesung wollen Frau Kohler und Marie im Esquina machen, aber dagegen wehrt sich David mit Händen und Füssen. Daher darf er diese Vernissage in der Buchhandlung Graber vorführen. David hatte sogar eine Stelle aus dem Buch vorgelesen, obwohl er sich am Anfang auch gegen das gewehrt hatte.
Die erste Vorlesung von David war schlecht, er redete zu schnell und zu leise. Nach Marie war er auch noch betrunken gewesen. Als sie danach in einem Restaurant sassen, war sie sich in ihrem Verdacht sicher. Für das, dass er betrunken war, verhielt er sich aber immer noch ziemlich seriös. Nach der Vorlesung waren alle etwas enttäuscht und traurig, ausser David, welcher total froh war, dass er es hinter sich hatte. Dies war aber erst die erste Vorlesung und er hatte noch ein paar weitere vor sich. David wollte aber nicht mehr weiter machen. Da aber Frau Kohler seine Aussagen allesamt gekonnt ignorierte, führte er die nächsten Vorlesungen trotzdem durch.
Die zweite Lesung war besser als die Erste und ich glaube, dass den Menschen das Buch auch besser gefiel als denen beim ersten Mal. Diesmal kannte David aber niemanden aus dem Publikum. Mal schauen, ob er die restlichen Vorlesungen auch noch überlebt.

Montag, 22. Dezember 2014

Leseprozesse 5. bis 10. Kapitel

5. - 7. Kapitel, 12. Dezember 2014
Wo: Zuhause
Wie lange: 90 Minuten

Ich hatte meine Ruhe und konnte viel lesen. Während diesen Kapiteln ist mir wieder in den Sinn gekommen, dass diese Geschichte ja in der Schweiz stattfindet. Davids Eltern leben in Genf und in Bern, beide in einer neuen Ehe. Dies finde ich traurig, ich habe das Gefühl, dass sie gar keinen Kontakt mehr zu David haben und sich auch nicht sonderlich für ihn interessieren.
David ist sehr schüchtern und für seine 23 Jahre wirkt er auf mich trotzdem noch ziemlich unerfahren, eher wie ein 16-jähriger Junge, welcher gerade das andere Geschlecht kennenlernt. Er ist so total das Gegenteil von Ralph, welcher ein Player ist. Ich finde aber beide Männer etwas speziell, der Eine ist mir zu laut, der Andere zu leise.
David liest jetzt das Manuskript zu Ende, welches ich ziemlich traurig finde. Und warum David einen solchen Schinken liest, obwohl er eigentlich gar keine Liebesromane mag, dies ist mir auch noch ein Rätsel. Vielleicht waren seine Überlegungen, dass er in diesem Buch die Antworten findet. Die Antworten auf die Fragen, welche er sich nicht selbst erklären kann. Die Antwort auf die Frage, ob Marie ihn mag.
Einmal in diesen Kapiteln führt Marie ein -eher nüchternes- Gespräch mit David. Da fragt er sie, was sie in der Zukunft tun will, also beruflich. Sie reagiert etwas zu direkt, was ich aber verstehen kann. Ich mag diese Frage auch nicht, weil ich selbst eben auch noch nicht weiss, was ich in der Zukunft arbeiten möchte. Im Buch steht auf der Seite 50, Zeile 10, "Marie war etwas allergisch gegen die Frage." Wenn ich mir diesen Satz bildlich vorstelle, muss ich grinsen. Immer wenn jemand sie nach ihrer Zukunft fragt, kriegt sie rote Pünktchen im Gesicht und dann sieht sie den Fragesteller mit einem vernichtenden Blick an. ^^
Ich finde es merkwürdig, dass die Geschichte Sophie, Sophie jetzt schon fertig erzählt wurde, dies nimmt dem Leser doch die Spannung. Aber eigentlich ist ja die Geschichte von diesem Buch Sophie, Sophie nicht der Mittelpunkt, sondern die jetzigen Erlebnisse von David und Marie.

8. - 10. Kapitel, 22. Dezember 2014
Wo: In der Schule
Wie lange: 80 Minuten

Diesmal hatte ich in den Freistunden zeit, um zu lesen. David hatte eine Aussage von Marie falsch verstanden und glaubte nun, dass sie mit ihm reden wollte, obwohl es eigentlich eine Art von Abfuhr gewesen war. Er versuchte aber trotzdem immer noch krampfhaft sein Glück bei ihr, ich frage mich warum. Das merkt man doch, wenn jemand kein Interesse zeigt und auch ansonsten eher mit einem anderen Typen flirtet. Und Ralph scheint auch mächtig Freude an Marie zu haben.
Dass David immer noch zum Arzt aus der Kindheit geht, zeigt mir wieder einmal, wie unerwachsen er ist, eben einer, der das Erwachsenwerden noch nicht ganz begriffen hat. Es wirkt auf mich, als stehe er noch nicht auf eigenen Beinen und habe eigentlich keine Ahnung, was er mit seinem Leben anfangen soll.
Das Verhältnis zwischen Marie und ihrer Mutter erinnert mich an zwei Freundinnen, welche sich einfach auseinander gelebt haben und sich jetzt nichts mehr zu sagen haben. Dies finde ich schade für beide Seiten, Marie fühlt sich wahrscheinlich öfters allein gelassen und Myrtha steht auch ziemlich alleine im Leben. Sie hat anscheinend auch immer mal wieder Depressionen, wegen Männern oder ihrem Leben im Allgemeinen. Ich glaube, dass dies auch mit dem Mutter-Tochter-Verhältnis zusammenhängt. Mir ist aber auch aufgefallen, dass David ebenfalls allein gelassen wurde und das Verhältnis zu seinen Eltern nicht unbedingt glänzend ist. Also haben wir hier schon mal einen gemeinsamen Knack in Maries und in Davids Leben gefunden.
Marie möchte wegen Ralph nicht mehr ins Esquina gehen. Denn eigentlich möchte sie mit ihm abschliessen, aber seit dem Date zu zweit, möchte sie ihn wieder. Ich glaube Marie will einfach etwas Spass mit Ralph haben, aber am Morgen dann nicht neben ihm aufwachen, also nicht wirklich ihr Leben mit ihm teilen.
David übergibt nun Marie dieses Manuskript, zum Probelesen. Er hat aber den Namen von Alfred Duster durch seinen eigenen ersetzt. Diese Aktion finde ich ziemlich fragwürdig, er ist doch eigentlich genug alt, um zu verstehen, dass dies ein Diebstahl ist. Aber die Liebe macht ihn anscheinend blind. Diesen Namentausch hatte David vorgenommen, als Marie ihr Date mit Ralph hatte. Dies wirkt auf mich, als habe er diesen Tausch aus Trotz gemacht, um zu zeigen, dass er auch was kann. Oder sogar um sich bei Ralph zu rächen, weil er ihm seine Traumfrau vor der Nase weg geklaut hat. Diese Aktion bereut er aber im Nachhinein sehr.
David nennt den Gang nach der Arbeit ins Volume selbst als Kontrollgang. Dies finde ich ziemlich schräg. Ich denke David sollte nicht immer so überhitzen und lieber mal etwas runterfahren, sonst dreht er am Ende noch völlig durch.

Wie Davids innere Gefühle durch das Wetter nach aussen dargestellt wurden, finde ich eine super Idee. Verdacht auf Regen und Schnee. Also eher negativ und der schmutzige Himmel ist auch nicht sonderlich erfreulich. Ich denke so fühlt er sich jetzt auch. Schmutzig, weil er seinen Namen ins Manuskript geschrieben hatte. Den Verdacht auf Schnee kann man so deuten, dass er Angst vor Maries Antwort zu "seinem" Manuskript hat und er eher etwas Negatives erwartet. Eine Seite weiter wird seine Umgebung beschrieben, obwohl in diesem Moment etwas total anderes im Zentrum steht. Dies finde ich eine interessante Art, durch das Ablenken vom Problem, dieses Problem noch spannender und intensiver machen.
Als David dann mit Marie abgemacht hat und sie sich zu ihm hinsetzt, wird aus seiner Sicht erklärt, wie sexy sie aussieht. Im selben Atemzug steht aber auch, dass David seinen Cappuccino aus Ungeschicktheit verschüttet. Dies zeigt, wie die Machtverteilung gerade ist. Marie hat nämlich eindeutig das Sagen und David ist der kleine, tollpatschige Junge, welcher zu ihr hinaufschaut.
Marie sagt nun: "Ich habe dich gewarnt, dass ich ehrlich sein werde." (S. 69, Z. 5) Dieser Satz beendet auch gerade das 10. Kapitel. Das finde ich super, es baut die Spannung auf und ich habe richtig Lust weiter zu lesen.